Ein Heilpriester wird man nicht

Was ist ein Heilpriester? Was ist eine Heilpriesterin?

Eine Heilpriesterin erinnert sich daran, dass sie es im tiefsten Wesen immer schon war.

Der Begriff Heilpriester oder Heilpriesterin mag zunächst ungewohnt klingen. Vielleicht weckt er Fragen oder Bilder aus vergangenen Zeiten, möglicherweise auch Abwehr durch kirchliche Konnotation.

Für uns beschreibt er jedoch keine Rolle, keinen Titel und ganz sicher keine besondere Stellung über andere Menschen.

Ein Heilpriester ist vor allem ein Mensch, der den Weg nach innen gegangen ist. Ein Mensch, der sich erinnert hat an seine Verbindung mit dem Göttlichen, an die Weisheit seiner Seele und  an die Liebe, aus der alles Leben hervorgeht.

Aus dieser Erinnerung wächst eine natürliche Haltung der Achtsamkeit, des Mitgefühls und des Dienens.

Eine Heilpriesterin heilt nicht aus eigener Kraft,  sie weiß, dass Heilung nicht gemacht werden kann. Heilung  geschieht dort, wo ein Mensch sich selbst wieder begegnen, sich gesehen und angenommen fühlen und Zugang zu seiner eigenen inneren Kraft finden darf.

Sie erinnert den Menschen vielmehr an das Licht, das bereits in ihm lebt. Sie begleitet, Sie hält den Raum, Sie hört zu,  Sie betet, Sie segnet, Sie vertraut und Sie dient dem Leben in Demut und Liebe.

 

Eine Heilpriesterin begegnet jedem Menschen auf Augenhöhe:

Sie bewertet nicht, Sie urteilt nicht, Sie nimmt dem anderen nicht seine Verantwortung ab, Sie achtet die Freiheit und Würde jedes Menschen.

Denn wer sich selbst auf dem Weg der Erinnerung begegnet ist, erkennt auch im anderen Menschen etwas Kostbares: Etwas, das nicht erschaffen werden muss,
etwas, das vielleicht verborgen, verletzt oder vergessen ist – aber nicht verloren.

 

Die INSHA-Heilpriesterausbildung vermittelt deshalb weit mehr als spirituelles Wissen oder energetische Methoden:

Sie begleitet einen tiefen inneren Entwicklungsweg.

Wer diesen Weg geht, lernt nicht nur, andere Menschen achtsam zu begleiten, er verändert vor allem die Beziehung zu sich selbst. Denn die Art, wie wir anderen begegnen, beginnt immer mit der Art, wie wir uns selbst begegnen.

Eine Heilpriesterin lebt nicht getrennt vom Alltag, Sie bringt ihre gelebte Spiritualität in ihre Familie, ihre Beziehungen, ihren Beruf und in jede Begegnung mit einem anderen Menschen.

Das Wirken beginnt nicht erst dann, wenn Sie einen besonderen Raum betritt oder eine bestimmte Methode anwendet, es beginnt in jedem Gedanken, in jedem Wort, in jeder Berührung und in jeder Entscheidung, die aus Liebe, Bewusstsein und Verantwortung getroffen wird.

 

Vielleicht ist das die tiefste Bedeutung des Heilpriestertums:

Nicht außergewöhnliche Fähigkeiten zu besitzen, sondern sich Tag für Tag daran zu erinnern, wer man wirklich ist.

Und aus dieser Erinnerung heraus dem Leben zu dienen.

Eine Heilpriesterin muss nicht vollkommen sein, sie muss nicht frei von allen Fragen, Verletzungen oder Herausforderungen sein. Auch sie bleibt ein Mensch.

So wird Heilpriestertum nicht zu einem Zustand, den man einmal erreicht. Es wird zu einer Haltung - zu einer Lebensweise - zu einem Weg.

Und vielleicht beginnt genau dort das eigentliche Heilpriestertum: in der Heimkehr zu dem Göttlichen, das bereits in dir lebt.

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